Eskimorolle

Die sogenannte Eskimorolle – oder politisch korrekt, Kenterrolle – bezeichnet das Wiederaufrichten des umgedrehten Kajaks durch den Paddler selbst. Die Rolle ist eine wichtige Fähigkeit für’s Kanupolospielen (der Spieler im Ballbesitz darf schließlich umgeschubst werden), die man in wenigen Wochen erlernen kann.

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Wir bieten zwar keinen offiziellen Kurs an, bringen sie aber gerne allen Interessierten in einem individuellen Programm bei. Dies ist entweder im Winter im Dossenheimer Hallenbad oder im Sommer im Neckar im Rahmen des regulären Trainings oder nach Absprache oder während unseres Bodensee-Wochenendes möglich (siehe Paddelzeiten).


Inhalt: Schwimmen, Hüftknick, Stütze, assistierte Rolle/T-Rettung, Handrolle, Handrolle mit Ball, Paddelrolle, verschiedene Paddelrollen, Paddelrolle mit Ball, Schubsen, Tipps bei Problemen.

Das Schwimmen auf dem Spielfeld ist kein Problem; ist der Schwimmer in Verletzungsgefahr, wird das Spiel pausiert – ansonsten wird er einfach ignoriert, bis er mitsamt seiner Ausrüstung hinter seinem Tor gelandet ist. Dies dauert meist eine Weile, in der die Mannschaft in Unterzahl spielen muss. Daher sollte man zumindest auf Turnieren das Schwimmen vermeiden….

Grundlage für die Eskimorolle ist der Hüftknick (Video),  den man sich von der Bewegung her etwa wie Hoola-Hoop auf einer Seite vorstellen kann. Diese Bewegung wird durch die Oberschenkel/Knie auf das Boot übertragen, weswegen eine sichere Sitzposition mit nach außen gedrückten Knien essentiell ist. Den Hüftknick kann man wunderbar jedes Mal beim Aussteigen üben: am Steg festhalten und das Boot mit der Hüfte kippeln 😉

Oft kann man durch eine Stütze verhindern, überhaupt in die Verlegenheit zum Rollen zu kommen: Das Paddelblatt wird so gedreht, dass es parallel zur Wasseroberfläche liegt und gegen das Wasser gedrückt oder auf der Oberfläche hin und her bewegt.

Für Anfänger reicht die assistierte Rolle / T-Rettung (Video) völlig aus. Dies bezeichnet das Festhalten an einer fremden Bootsspitze (der „Stiel“ vom T) und das gleichzeitige Drehen des Kajaks durch den umgedrehten Paddler mittels des Hüftknicks. Der universelle Hilferuf nach einer assistierten Rolle ist das mehrmalige Klopfen an die eigene Bootsseite – sofort eilen alle anderen Kajaks herbei, sodass man eine Spitze ertasten und den Hüftknick durchführen kann. Kanupolospieler sind ausgesprochen hilfreich – wenn sich ein Spieler der anderen Mannschaft an deinem Boot abstützt, bekommst du den Ball 😉

Die Eskimorolle gibt es übrigens gar nicht. Es gibt verschiedenste Rollen: bei den Inuit 35 (Video), im Kanupolo reichen selbst auf hohem Niveau drei (puh). Am wichtigsten für’s Kanupolo ist die Rolle ohne alles – die sogannte Handrolle – da man meist in dem Moment geschubst wird, in dem man den Ball aufnimmt oder wirft und somit weder den Ball sicher in der Hand noch das Paddel sicher in beiden Händen hat. Die Handrolle mit Ball und eine Paddelrolle sind dann die nächsten Schritte.

Die Handrolle (Video) ist für die viele die intuitivste Art, zu rollen und zudem im schmalen und kantenlosen Kanupoloboot vergleichsweise einfach. Die Handrolle baut direkt auf der assistierten Rolle auf: die Hand stützt sich nun nicht auf einer Bootsspitze ab, sondern klatscht mit Schwung in einer „Scheibenwischer-Bewegung“ über den Kopf hinweg auf die Wasseroberfläche, während der Körper nach hinten auf das Boot gelehnt bleibt. Der Hüftknick im selben Moment ist hier das A und O, ebenso, dass der Kopf bis zuletzt im Wasser bleibt und dann aufs Deck geschoben wird.

Die Handrolle mit Ball (Video) baut wiederum auf der Handrolle auf. Der Ball wird unter den Arm der nicht führenden Hand geklemmt (die nun nicht mehr unterstützend wirken kann, sodass der Hüftknick wirklich gut sitzen muss). Tada! So lässt sich manch unangenehmer Konter verhindern. Zu beachten ist leider, dass auch der Ballbesitz unter Wasser zu den erlaubten 5 Sekunden dazugezählt wird.

Die Paddelrolle (Video) ist deutlich unintuitiver (aber physisch einfach, wenn man sie denn verstanden hat). Es gibt verschiene Arten, das Paddel zu halten, die es erlauben, unterschiedlich viel Kraft statt in den Hüftknick in die Arme und Schultern zu investieren – wir empfehlen es nicht, mit Kraft statt dem Hüftknick zu rollen (hallo Schulterzerrung). Da es in manchen Situation äußerst unklug ist, das Paddel loszulassen, ist eine Paddelrolle eine sehr nützliche Fähigkeit, die jeder Paddler früher oder später erlernen sollte.

Die bekanntesten Paddelrollen sind die Bogenschlagrolle (sweep), bei der das Paddel einen Bogen über die Wasseroberfläche zeichnet; die Hangrolle (C to C), bei der das Paddel 90° zum Boot gedreht senkrecht nach unten gedrückt wird; die Wildwasserrolle (forward finishing), bei der das Gesicht zum Boot zeigt; die Rodeorolle (back deck), die einer lässigen Liegestütze ähnelt; und die lange Rolle (extended), bei der der Hebel durch Umgreifen des Paddels verlängert wird. Je nachdem, wer gefragt wird, werden unterschiedliche Paddelrollen erklärt.

Die Paddelrolle mit Ball ist je nach Gelenkigkeit und Technik möglich, z.B. bei der Bogenschlagrolle. Hier wird der Ball, ähnlich zur Handrolle mit Ball, unter den nicht führenden Arm geklemmt. Meist hat man beim Kanupolo jedoch gar nicht die Wahl, sondern hat in dem Moment, in dem man geschubst wird, sowieso nur Paddel oder Ball wirklich im Griff 😉

Zum Thema Schubsen: Geschubst werden darf nur am Oberarm auf Höhe des T-Shirt-Ärmels und darunter (aber nicht am Wurfarm), wenn der Geschubste im alleinigen Ballbesitz ist und nicht durch das Schubsen in Verletzungsgefahr gerät (also nicht auf andere Boote oder Schwimmleinen). Im alleinigen Ballbesitz ist man, wenn man den Ball in einer Hand oder auf dem Paddel hält oder er in einem 1m Radius um den Körper treibt und man ihn aufnehmen könnte (aber nicht, wenn der Ball zwischen zwei Körpern treibt).


Tipps bei häufigen Problemen:

  1. Rolle funktioniert nur halb -> schlecht sitzender Hüftknick
    • Hüftknick jedes Training min. eine Minute üben
    • Assistierte Rolle üben: Bootsspitze soll nicht „schwappen“
    • Handrolle (ggf. mit Schwimmbrett) üben
  2. Rolle fühlt sich kraftintensiv an -> Kopf zu früh aus dem Wasser
    • der Schwerpunkt muss so nah wie möglich an die Drehachse
    • der Kopf darf erst als letztes aufgerichtet werden
  3. Orientierungslosigkeit -> Rechts-links-Schwäche kopfunter
    • beidseitiges Training vor der Perfektionierung einer Seite vermeiden
    • mit dem Oberkörper aus dem Bett hängend über Bewegungen nachdenken
  4. Verwirrung nach Trainerwechsel -> Technikwechsel
    • Trainer beibehalten oder auf die bereits erlernte Technik hinweisen
    • nicht zu viele Youtube-Videos schauen (lieber diese Seite)

Vor allem hilft es, sich an einem warmen Sommertag oder im Winter im Hallenbad von einem erfahrenen Paddler betreuen zu lassen. Schreibt einfach eine Email und wir machen etwas aus! Falls du eine Schwimmbrille besitzt, bring sie mit. Ansonsten brauchst du außer angemessener Kleidung und einem Handtuch nichts mitbringen.

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