Winterpaddeln

Auch im Winter paddeln und spielen wir draußen auf dem Neckar; dabei sollten jedoch einige Dinge mehr beachtet werden als im Sommer.

Die folgenden Faustformeln sind bei 10° Wassertemperatur oder weniger zu beachten (je kälter, desto kürzer! Quelle + Quelle). Diese Wassertemperatur ist in Heidelberg von November bis April zu erwarten.

  • Luftanhaltezeit (Rollen): 1/6 der üblichen Zeit
  • Nutzzeit (Urteilsvermögen, kontrolliertes Schwimmen): ca. 10 min
  • Überlebenszeit (in Embryohaltung o. mit Oberkörper auf Boot): ca. 2h
  • Die folgenden Gefahren sind bei 10° Wassertemperatur oder weniger zu beachten:
    • Gefahr eines Kälteschocks (Atemnot, Hektik, Kälteschmerz) von bis zu 3 min Dauer.
    • Gefahr des trockenen Ertrinkens (kaltes Wasser i.d. Nase) ohne Nasenklammer.

    Daraus ergeben sich die folgenden Punkte, über die man nachdenken sollte:

    • Vor dem Paddeln durch vorausschauendes Denken Risiken aktiv reduzieren
      (Ausrüstung, Kleidung, Gruppengröße, Training, Selbsteinschätzung – s.u.)
    • Beim Paddeln Risiken erkennen und vermeiden: nicht spontan die Gruppe
      verlassen, wahrscheinlich hat man nur einen Versuch für die Rolle,…
    • In Notfallsituationen Ruhe bewahren und schnell aber bestimmt handeln.

    Daher sollte jeder Paddler darauf achten, dass die ganze Gruppe alle folgenden Punkte beachtet:

    • angemessene Ausrüstung, d.h. immer Schwimmweste; ein Boot, mit dem Kentern unwahrscheinlich ist; je nach Situation entspr. Helm (Wildwasser, Kanupolo), Rundumbeleuchtung (Nahe des Sonnenuntergangs), Wurfsack (Wildwasser, Gruppe mit Anfängern außerhalb des Spielfeldes), Nasenklammer etc.
    • angemessene Kleidung, mit der im Notfall sicher zum Ufer geschwommen werden kann, d.h. min. Neopren-Longjohn + Halbtrockenjacke (verdoppelt Nutzzeit) oder Trockenanzug + entspr. passender Fleece-Unterkleidung (verdreifacht Nutzzeit). Auch Funktionsunterbekleidung (keine Baumwolle), Schuhe/Neosocken, Handschuhe/Pfötchen, Mütze/Haube etc. sollten nicht vernachlässigt werden.
    • angemessene Gruppengröße – min. zu zweit, besser zu dritt oder mehr, in großen Gruppen vorab Anführer für Krisensituationen bestimmen – damit jemand helfen und/oder Hilfe organisieren kann (ein Handy im Trockensack mitnehmen). Von Fahrten alleine ist bei Wassertemperaturen unter 10°C und/oder nahe/nach Sonnenuntergang abzuraten.
    • angemessenes Training, d.h. z.B. Streckenkenntnis bereits im Sommer sammeln; mit Kleidung schwimmen, Kentern, Rollen und Wiedereinstieg vorab im Hallenbad üben; nicht mit angeschlagener Gesundheit auf’s Wasser,…
    • angemessene Selbsteinschätzung, d.h. seine eigenen Fähigkeiten und die Witterungsbedingungen vor der Ausfahrt vergleichen; im Zweifelsfall lieber einer erfahrenen Gruppe anschließen (z.B. über Forum/Mailingliste).
    Advertisements